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Messgeräte für die Natürliche Familienplanung














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Thermometer

Die zuverlässigste Messung wird mit einem herkömmlichen Quecksilberthermometer erreicht. Die dabei verwendeten Materialien sind praktisch alterungsfrei. Quecksilberthermometer sind genau geeicht und können mit einer Genauigkeit von 0,05°C, d.h. zwischen zwei Teilstrichen abgelesen werden.
Um das Ablesen zu erleichtern, wurden die sog. Frauen- oder Ovulationsthermometer mit einer gespreizten Scala entwickelt. Diese Thermometer zeigen nicht die jeweils gemessene Temperatur, sondern lediglich die Abweichungen von einer bestimmten Nulllinie nach oben bzw. unten an. Dies kann mitunter dazu führen, dass das Erreichen der Temperaturhochlage mit dem überschreiten der Nulllinie gleichgesetzt wird und eine falsche Auswertung erfolgt.
Weniger Erfahrungen liegen vor bei Thermometern mit Galliumfüllung. Diese sind komplizierter in der Handhabung, da sich die Flüssigkeit aufgrund der höheren Viskosität nach der Messung nur schwer wieder herunterschlagen lässt.
Nicht wenigen Frauen dauert das tägliche Temperaturmessen mit einem der oben angeführten Thermometer zu lang. Hier versprechen elektronische Thermometer Erleichterung durch Verkürzung der Messzeit auf 1-2 min.
Vorteile der sogenannten Digitalthermometer sind Verzicht auf Quecksilber, Unzerbrechlichkeit, Messzeitverkürzung, ein Signalton bei Erreichen der Endtemperatur und häufig ein Speicher für den letzten Messwert.
Diese Thermometer sind für die Fiebermessung ausreichend präzise. Für die Basaltemperaturmessung jedoch, bei der bereits geringe Temperaturerhöhungen von beispielsweise einem halben Zehntel Grad Celsius in die methodische Auswertung des Temperaturanstiegs einfließen können, wird eine deutlich höhere Messgenauigkeit verlangt. Um die Messgenauigkeit dieser Thermometer zu vergrößern, wird empfohlen, nach dem Signalton weiterzumessen und eine Mindestmessdauer von 3 min. einzuhalten. Grundsätzlich sollte man beim Kauf eines Thermometers auf das Vorhandensein einer CE-Zertifizierung und auf eine vom Hersteller angegebene Messgenauigkeit von unter + 0,1 °C achten. Ergebnisse einer Studie haben gezeigt, dass fabrikneue Exemplare im ersten Benutzungsjahr eine ausreichende Messgenauigkeit aufweisen. Keine Aussagen konnte jedoch darüber gemacht werden, wie sich die Genauigkeit bei längerer Anwendungsdauer verhält, insbesondere im Hinblick auf Alterungsprozesse der Materialen und der Batterie.
Ein speziell für die Basaltemperaturmessung entwickeltes elektronisches Thermometer ist seit kurzem auf dem Markt (Cyclotest-Easy). Neben hoher Messgenauigkeit bietet es die Möglichkeit, die Temperaturwerte eines ganzen Zyklus zu speichern und sie, wann immer erwünscht, auf ein Zyklusblatt zu übertragen oder, mit entsprechendem Zubehör, auf einen Home-PC zu transferieren.

Abbildung Cyclotest-Easy

Seit einiger Zeit gibt es Infrarot-Strahlungsthermometer, die die Kerntemperatur im Ohr messen. Auch diese Ohrthermometer sind jedoch nicht auf die zur Basaltemperaturmessung erforderliche Messgenauigkeit ausgerichtet. Die Hersteller empfehlen deshalb, die Messung morgens 3mal zu wiederholen und den höchsten Wert zu nehmen. Nach den bisherigen Erfahrungen sind diese Thermometer trotzdem nicht zum Einsatz in der Natürlichen Familienplanung geeignet.


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Zykluscomputer: Die fruchtbare Zeit mit Mikrochip bestimmen

In jüngster Zeit kamen Zykluscomputer auf den Markt, die - nicht zuletzt wegen ihrer mediengerechten Vermarktung - das Interesse an natürlicher Familienplanung, speziell aber an allen neuen Technologien in diesem Bereich entfacht haben. Alle neuen Technologien in der natürlichen Familienplanung sind Hilfsmittel, um die fruchtbare Zeit im Zyklus zu bestimmen. Eine Einteilung der verschiedenen Geräte lässt sich danach vornehmen, welche Marker für die Bestimmung der fruchtbaren Zeit verwendet werden.
Bei direkten Markern werden die Hormone selbst gemessen, bei indirekten Markern die durch Hormone verursachten Zyklussymptome wie z.B. Veränderungen der Basaltemperatur oder des Zervixschleims.


Hormonmesssystem PERSONA: PERSONA besteht aus einem brillenetuigroßen Monitor und monatlich 8 Teststreifen (im 1. Zyklus 16 Teststreifen) für Urintests.

Hormonmesssystem PERSONA

Ein Teststreifen wird in den Morgenurin gehalten und dann in den Leseschlitz des Monitors gesteckt. Dort werden die Hormonkonzentrationen mit Hilfe eines Photometers abgelesen. Der Monitor wertet die Ergebnisse aus und zeigt der Anwenderin nach ca. 5 Min. den aktuellen Fertilitätsstatus durch ein rotes (=fruchtbar) oder grünes (=unfruchtbar) Licht an. Ein gelbes Lichtsignal teilt der Anwenderin mit, wann ein Test erforderlich ist. Wenn ein Anstieg des Eisprunghormons LH gemessen wird, zeigt das Display ein "O"-Symbol.
Der Monitor enthält eine Datenbank, die neben Zyklusbeginn und Zykluslänge alle Hormondaten der letzten 6 Anwendungsmonate speichert und auswertet. Den Zyklusstart gibt die Anwenderin morgens mittels "M-Knopf" ein und bestimmt dadurch gleichzeitig den Zeitrahmen, innerhalb dessen die Urintests in dem nun beginnenden Zyklus durchgeführt werden müssen (+3 h).
Von 1995-1996 wurde eine große, prospektive Gebrauchssicherheitsstudie in England, Irland und Deutschland durchgeführt.
Beurteilung:
Die Methodensicherheit bei der Verhütung fällt noch nicht in den Bereich von Pille und Spirale. PERSONA ist noch deutlich unsicherer als Pille, Spirale und die symptothermale Methode der NFP. Bei unregelmäßigen und langen Zyklen ist PERSONA ungeeignet.
Mit Einschränkungen kann PERSONA bei Kinderwunsch empfohlen werden. Eine Weiterentwicklung ist der Clear Plan Fertility Monitor, der mit 20 Teststreifen jeden Zyklus auswertet und niedrige, hohe oder maximale Empfängniswahrscheinlichkeit anzeigt.


Temperaturcomputer: Alle Temperaturcomputer basieren auf der zyklusabhängigen Veränderung der Basaltemperatur. Vorteile der Temperaturcomputer sind: kürzere Messzeiten, ein Signalton am Ende der Messung, Speicherung und Abrufbarkeit der gemessenen Daten und des aktuellen Fruchtbarkeitsstatus. Die von der Frau morgens mit einem Präzisionsthermometer gemessene Aufwachtemperatur wird von einem angeschlossenen Kleincomputer gespeichert. Die Geräte unterscheiden sich voneinander u.a. durch die Art der Temperaturauswertung, durch die Bestimmung der unfruchtbaren Tage am Zyklusanfang (meist durch eine Art Kalendermethode, orientiert an den gespeicherten Zykluslängen) sowie durch einige technische Besonderheiten und Details. Derzeit sind folgende Temperaturcomputer auf dem Markt:

  • Cyclotest 2 Plus
  • Ladycomp/Babycomp
  • Bioself PLUS
  • MiniSophia
Abbildung Cyclotest 2 Plus   Abbildung LADY-COMP
 
Abbildung BIO SELF 110   Abbildung mini sophia

Beurteilung:
Die aktuelle Datenlage lässt darauf schließen, dass die Temperaturcomputer Cyclotest 2 Plus und Ladycomp/Babycomp relativ sicher sind. Sie reichen vermutlich nicht in die hochsichere Kategorie wie Pille, Spirale und symptothermale Methode der NFP, können aber noch als sicher bezeichnet werden.
Zur jetzigen Generation von Bioself gibt es keine Daten. Zum Gerät Minisophia liegen weltweit seit Jahren keine Testergebnisse vor.


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Speichel- und Zervixschleimtestgeräte

Östrogenabhängig verändert sich die Kristallisationseigenschaft von getrocknetem Zervixschleim und zeigt in der Zeit um den Eisprung, d.h. während der höchsten Östrogenkonzentration, unter dem Mikroskop farnkrautähnliche Strukturen. Dieses Phänomen ist außer im Zervixschleim grundsätzlich auch im Speichel nachweisbar.
Es sind diverse Geräte auf dem Markt, von denen die Hersteller behaupten, sie seien auch zur Empfängnisverhütung geeignet, d.h., man könne anhand des Kristallisationsphänomens den Beginn und das Ende der fruchtbaren Phase festlegen.
Es handelt sich bei diesen Geräten um Taschenmikroskope mit einem winzigen Objektträger und einer Lupe. Einige verfügen zusätzlich über eine kleine Lichtquelle. Bei der täglichen Anwendung wird ein Tropfen Speichel oder Zervixschleim auf dem Objektträger getrocknet und von der Anwenderin unter der Lupe in 100-facher Vergrößerung beurteilt.
Beurteilung: Aufgrund der vorhandenen wenigen Studienergebnisse sind die Speichel- und Zervixschleimtestgeräte weder zum Kinderwunsch noch zur Verhütung geeignet.

Abbildung PC 2000


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PC-Programme für die symptothermale Methode

Bei diesen Programmen führt die Anwenderin die Temperaturmessung und die Beobachtung des Zervixschleims selbst durch und trägt anschließend diese Beobachtungen in den PC ein. Das Programm wertet dann die Daten aus. Das Computerprogramm "ZYKLA" wurde eng an die symptothermale Methode der NFP angelehnt. Zu anderen PC-Programmen können wir derzeit keine Aussage machen.